Grundsätzlich gibt es zwei Gründe, aus denen sich die Frage nach Unverträglichkeiten und Allergien stellen kann:
Diese Übersicht soll Ihnen die Zusammenhänge etwas verdeutlichen und Möglichkeiten zur Diagnosestellung und Behandlung aufzeigen. Es soll Ihnen im Speziellen beim Verständnis für das Testverfahren der Applied Kinesiology (Angewandte Kinesiologie) helfen.
Eine Allergie kann sich auf unterschiedliche Arten manifestieren. Hauterscheinungen oder Atembeschwerden vom Heuschnupfen bis zum Asthma sind nur die typischsten, bekanntesten Symptome. Speziell Nahrungsmittel können durch allergische Reaktionen Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzsyndrome (Migräne u.a.), rheumatische Erscheinungen und Hormonstörungen verursachen. Allergische Reaktionen werden durch Mechanismen ausgelöst, die in der klassischen Allergologie mit vier verschiedenen Typen sog. humoraler bzw. zellvermittelter Allergiereaktionen beschrieben werden.
Unverträglichkeitsreaktionen können nach verschiedenen Mechanismen verlaufen:
1. Pseudoallergische Reaktionen: Hierbei wird Histamin ähnlich wie bei der IgE-vermittelten Allergie-Reaktion von den Mastzellen freigesetzt, jedoch ohne vorherige Antigen-Antikörper-Reaktion.
2. Durch andere Mediator- (Vermittler-) Substanzen ausgelöste Reaktionen: Beispiele sind Bradykinin, ein Entzündungsmediator oder Serotonin, ein Neurotransmitter.
3. Reaktionen durch Intoleranzen im engeren Sinne werden durch Enzymmangel verursacht (Bsp.: Laktose-Intoleranz, die Unverträglichkeit von Milchzucker) Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel
4. Reaktionen, die durch Verdauungs- und Resorptionsstörungen entstehen bei Fehlbesiedelung des Darmes mit Bakterien, Hefe- und Schimmelpilzen und Parasiten.
5. Reaktionen auf toxische (giftige) Substanzen, die häufig mit den Nahrungsmitteln in Form von Pestiziden, Herbiziden und Schwermetallen sowie Konservierungsstoffen, Lebensmittelfarbstoffen, Geliermitteln u.s.w. aufgenommen werden. Neben den bereits oben genannten typischen Allergiesymptomen an der Haut und den Atemorganen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen usw., kann es durch Unverträglichkeiten zu mehr oder weniger schweren psychischen Symptomen bis zu Depressionen und Halluzinationen kommen. Immer muss bei Verhaltensstörungen, Lernstörungen und "Hyperaktivität" von Kindern nach Lebensmittelunverträglichkeiten gesucht werden. Sie sind häufig von der aufgenommenen Allergenmenge abhängig ("Überlastung").
Zur Diagnostik der Allergien stehen u.a. folgende Methoden zur Verfügung:
1. Hauttests (Scratch-, Prick-, Epicutan-, Provokations- Neutralisations-Test)
2. ELISA-Test (Enzyme-Linked-Immunosorbent-Assay). Diese Tests sind abhängig vom Vorhandensein von IgE bzw. IgG-Antikörper (Immunglobulin E und G- Antikörper) im Kreislauf. Viele Nahrungsmittelallergien werden durch diese Tests nicht gefunden, da sich hier Immunreaktionen zum Teil wahrscheinlich nur lokal in den Schleimhäuten der Verdauungsorgane abspielen. Bestimmte Allergene entstehen außerdem erst im Verdauungsprozess.
3. Auslassdiät. Wenn der Verdacht auf eine bestimmte Unverträglichkeit besteht, dann kann das oder die betreffenden Nahrungsmittel für 2 bis 4 Wochen weggelassen werden. Der Auslassversuch sollte dann zu Symptomarmut oder -freiheit führen. Der häufigere Fall ist jedoch der, dass kein präziser Verdacht auf ein bestimmtes Nahrungsmittel besteht, das Bild also vollständig unklar ist. Dann gibt es keine andere Möglichkeit, als alle möglichen Allergene zu eliminieren und eine Elementardiät (z.B. aus ausschließlich Dinkel oder hydrolysierten freien Aminosäuren bestehend) einzuhalten. Wenn die Symptome weggegangen sind, wird ein Nahrungsmittel nach dem anderen wieder eingeführt, wobei es bei Unverträglichkeiten zu ausgeprägten Reaktionen kommen kann. So kann das auslösende Nahrungsmittel identifiziert werden. Da verzögerte Reaktionen auftreten können, sollte nur alle 4 Tage etwa ein neues Nahrungsmittel eingeführt werden. Der Nachteil ist der immense Zeitaufwand und die äußerst eingeschränkte Ernährung. Das Verfahren kann praktisch nur in der Klinik durchgeführt werden.
4. Testverfahren der Applied Kinesiology (AK)
Mit Hilfe der Applied Kinesiology (Angewandte Kinesiologie) werden Muskeln auf ihre Reaktionsfähigkeit hin untersucht. So können sehr effizient Allergien oder Unverträglichkeiten auch ohne Vorhandensein von Antikörpern aufgedeckt werden. In Übersichtstests kann geprüft werden, ob Allergien oder Unverträglichkeiten vorliegen, und ob die Durchführung eines Tests sinnvoll ist. Allerdings ist zur Durchführung und Beurteilung solcher Tests eine sehr genaue Kenntnis des menschlichen Nervensystems, der orthopädischen Funktionsbeziehungen und der biochemischen Organfunktionen erforderlich.
Die Behandlung von Unverträglichkeiten besteht in absolutem Weglassen des unverträglichen Nahrungsmittels bzw. Vermeiden des Allergens für mindestens drei Wochen. Während dieser Zeit können für den Patienten ausgetestete Vitamine und Spurenelemente verordnet werden. Nach der pädiatrischen Literatur können sich selbst echte Allergien in ein bis zwei Jahren „auswachsen“. Weiterhin kann ein energetisches T h e r a p i e v e r f a h r e n durchgeführt werden, um eine bessere Toleranz zu erreichen. Dabei werden vorher ausgetestete Akupunkturpunkte stimuliert. Es geht keineswegs darum, dass Sie für alle Zeiten auf die Dinge verzichten, die Sie so gerne mögen, sondern, dass Sie die Einflüsse Ihrer Ernährung auf Ihr Befinden selbst einschätzen lernen. Genau das wird das beste Argument für Sie sein, nämlich dass Sie die Behandlung und das Heilen der Allergien oder Unverträglichkeiten selbst in die Hand nehmen können, indem Sie auf das eine oder andere temporär verzichten, was Sie selbst als Unverträglichkeit empfunden haben. Und was sind schon 3 Wochen Behandlung im Vergleich zu monate- und jahrelangem Leiden.
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© DAEGAK – Allergien und Unverträglichkeiten anhand der Applied Kinesiology (nicht "Angewandten Kinesiologie") behandeln