Die überwiegende Anzahl aller Menschen besitzen keine ideale Verzahnung aller Zähne im Ober- und Unterkiefer. Das menschliche Kauorgan besitzt glücklicherweise eine große Adaptationsfähigkeit, mit diesen kleinen bis großen Abweichungen in der Regel sehr gut umzugehen. Erkrankungen der Zähne oder der Kiefergelenke entstehen meist erst dann, wenn weitere Belastungen dieses individuelle Gleichgewicht zerstören.
Die funktionellen Zusammenhänge zwischen der Kaumuskulatur und der übrigen Muskulatur des Halte- und Stützapparates sind in der Medizin seit langem bekannt und wurden bereits Mitte des letzten Jahrhunderts dargestellt.
Fehlbiss kann zu Folgeerkrankungen in folgenden Regionen außerhalb des Kiefer- und Gesichtsbereiches führen:
Im medizinischen Alltag finden diese Zusammenhänge bei der Behandlung von therapieresistenten Beschwerden im Halte- und Stützapparates derzeit noch nicht immer ihre notwendige Beachtung. Gerade bei Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich liegen die eigentlichen Ursachen nicht selten bei einem Fehlbiss der Zähne, der selten mitbehandelt wird
Vor der definitiven Behandlung eines Fehlbisses sollten alle anderen Einflussgrößen der Triad of Health untersucht und ggf. vorbehandelt sein. Insbesondere sollten auch alle vorhandenen Befunde des Halte- und Stützapparates durch Physio-, Chiro- oder Osteopathie, soweit es der Fehlbiss zulässt, vorbereitend reduziert sein. Vorteil dieser Vorgehensweise ist, dass neben einem besseren Therapieergebnis auch im Vorfeld Sicherheit darüber besteht, dass der Fehlbiss für die bestehenden Symptome hauptursächlich verantwortlich ist.
Zur eigentlichen Behandlung eines Fehlbisses eigenen sich zahnärztlich prothetische Maßnahmen oder kieferorthopädische Veränderungen der Zahnstellung oder eine Kombination daraus. Welche Methoden eingesetzt werden, hängt vom Ausgangsbefund und von der individuellen Planung mit dem Patienten/in ab.
In jedem Fall ist eine vorübergehende Einstellung der angestrebten Bisslage mit Hilfe einer sog. COPA (Craniomandibuläre othopädische Positionierungsapparatur) empfehlenswert. Diese ist durch ihre spezielle Bauweise in der Lage, die Fehlbelastungen im Mund aufzuheben und ermöglicht dadurch z.B. der Physiotherapie letzte Befunde im Halte- und Stützapparat im Vorfeld der definitiven Umsetzung der angestrebten Kieferposition auszugleichen. Eine COPA sollte folgende Eigenschaften besitzen:
Konventionelle zahnärztliche starre Schienen im Ober- oder Unterkiefer sind bauartbedingt für die Vorbehandlung ungeeignet.
Therapeuten aus Ihrer Region, die Sie in allen Fragen zum Fehlbiss unterstützen, finden Sie in unserer Therapeutenliste.
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